Talking Digital unter drei: Zusammenlegung von Marketing und PR, New Work als Lippenbekenntnis und stänkernde CEOs auf Twitter. (Episode 74)

Holt das Popcorn raus! Nein, wir gehen nicht ins Kino, sondern verfolgen auf Twitter CEOs börsengelisteter Unternehmen. Nicht nur Kristin, sondern auch zahlreiche Medien und Shareholder haben verfolgt wie sich Just Eat CEO Jitse Groen erst mit dem Uber und später auch mit Delivery Hero CEO anlegte. Kennt man solch öffentlichen Auseinandersetzungen sonst eher aus dem twitterfreudigen Amerika, fragt sich Kristin, ob sich auch hierzulande eine neue Tendenz, Authentizität, Offenheit und Angriffslustigkeit bei der CEO Kommunikation entwickelt.

Zum Thema New Work könnte man meinen, man hätte schon alles gehört und gelesen. Sachar stößt aber genau das auf: Auf Unternehmenskanälen wird darüber geschrieben und gesprochen, die Initiativen werden von der Unternehmenskommunikation oder der Personalabteilung initiiert, das Management sieht das Thema aber nicht als strategische relevante Komponente. Eine „Bottom-Up“-Initiative sei so nicht nachhaltig, als würde das Ganze aus echten betriebswirtschaftlichen Anlässen heraus getrieben.

Timo findet vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen bei Daimler und BMW gerade die Diskussion spannend, inwiefern es Sinn macht, Marketing und PR in Unternehmen zusammen zu führen. Die Diskussion erreicht ein neues Level, nachdem  sich auch der „Deutsche Journalisten Verband“ (DJV) zu Wort gemeldet und diese Zusammenlegung als sträflich beurteilt hat. Dahinter verbirgt sich nach Timos Einschätzung auch die Befürchtung vor einer weiter steigenden Relevanz der Owned Media, um unternehmensrelevante News und Argumentationen an die Zielgruppen zu bringen.

Shownotes:
00:18 Begrüßung
01:10 Funktioniert integrierte Kommunikation zwischen Marketing und PR?
09.07 Steigende Relevanz von Owned Media in Unternehmen (auch im Fußball)
13:26 Auflösung durch Erfolgsmessung von PR und Marketing 
15:35 New Work aus der Kommunikationsblase
22:15 Das Bällebad New Work: Für jeden was?
26:05 Stänkernde CEOs auf Twitter: Trend oder Leuchtturm?
30:26 Folgen für PR und Unternehmen durch offensive CEOs auf Twitter
38:50 Mehr Gesicht, Farbe, Inhalt und Persönlichkeit auf Twitter
40:54 Von bunten Schafen auf Twitter
42:05 Sprecht mit uns unter #TalkingDigital und Verabschiedung

Links zu dieser Folge:
https://twitter.com/jitsegroen
https://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/essenslieferdienste-saftiger-twitter-schlagabtausch-von-just-eat-uber-ceos-vor-marktstart-in-berlin-a-7d7d2dfe-e03b-4d91-9559-cff2fe3ea3d0
https://www.businessinsider.de/gruenderszene/food/lieferkoenige-im-twitter-beef-takeaway-chef-schiesst-gegen-delivery-hero-gruender-a/
https://www.keynote-group.com/de/insights/2020-ceo-twitter-monitor

Kommunikation und Brand Building für eine Digitalmarke: Talking Digital mit Christina Walke, Head of Communication beim Lufthansa Innovation Hub (Episode 73)

Der Lufthansa Innovation Hub ist so etwas wie die Schnittstelle zwischen der Lufthansa Group und all den anderen Playern im Markt entlang des Reisens, die neue digitale Geschäftsmodelle erschließen. Das Unternehmen testet neue digitale Produkte im Markt, investiert in und baut auch selbst Start-ups im Travel & Tech Ökosystem des Mutterkonzerns. Christina Walke leitet die Kommunikation des Hubs und spricht mit Kristin und Sachar darüber, wie viel Lufthansa tatsächlich im Innovation Hub steckt und warum der Markenaufbau für die unabhängige Digital-Tochter des Konzerns essentiell war.

Schaut man sich Kommunikationskonzepte von Start-ups an, fällt dort häufig der Begriff „Thought Leader“. Der Lufthansa Innovation Hub hat genau das geschafft: Thought Leadership. Drei Jahre in Folge wurde der Hub als bestes Innovations-Team Deutschlands vom Capital Magazin ausgezeichnet. Außerdem hat der Newsletter des Unternehmens bereits 12.000 organisch erreichte Leser:innen. „Dieser Erfolg ist sicherlich nicht gänzlich auf die Kommunikation zurückzuführen“, sagt Christina Walke, „das ist eine Teamleistung aus allen Bereichen: Von New Business über Research.“ Am Ende des Tages mag es auch an den tollen Ergebnissen und den innovativen Start-ups liegen, die der Lufthansa Innovation Hub ausgegründet hat, die ihr Vordenkertum untermauern. „Das macht übrigens auch die Kommunikation leichter, wenn man nicht nach Geschichten suchen muss“, sagt Christina Walke.

Ganz zentral für das Gelingen und den Erfolg des Innovation Hubs ist die Markenbildung. Nicht nur für die Gewinnung von den richtigen Talenten und die Wahrnehmung in der Medienlandschaft, sondern auch weil die neu kreierten Marken der gebauten Startups einen Vorteil im Wettbewerb bringen können. „Von der Marke Lufthansa erwarten die Kund:innen immer 100 Prozent Premium. Weil jedes unserer Ventures aber eine eigenständige Brand ist, können wir hier viel freier in den startup-typischen Experimentiermodus gehen“, so die Kommunikationsexpertin.

SHOWNOTES:

1:30 Wer ist Christina Walke
5:00 Welche Skills hast du aus der Start-up- und Agentur-Zeit mitgenommen?
7:40 Kleines Budget und trotzdem großer Erfolg?
11:00 Start-ups als Sargnagel für große Markenkommunikation
12:50 Wieviel Lufthansa steckt im Innovation Hub
15:55 Wozu braucht es einen Innovation Hub
23:38 Synergien zwischen dem Hub und dem Dachkonzern
26:40 Wie wird man Thought Leader?
28:30 Kommunikation im krisengebeutelten Travel-Segment
31:30 Welche Themen bewegen uns nach Corona
33:50 Die Kraft der Markenbildung
35:20 Wie gestaltet der Lufthansa Innovation Hub Prozesse
40:00 Der Talking Digital Tooltipp
TOOLTIPP: